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Strompreis in Bulgarien

Was ein Haushalt in Bulgarien für Strom zahlt, woher der Strom kommt und wie sich das Land von seinen Nachbarn unterscheidet.

Bulgarien hat einige der niedrigsten Haushaltsstrompreise der Europäischen Union, und seit dem 1. Januar 2026 werden sie in Euro abgerechnet, nachdem das Land den Lew aufgegeben hat. Anders als in Deutschland, wo Haushalte ihren Lieferanten frei wählen und Marktpreise zahlen, beziehen die meisten bulgarischen Familien Strom zu einem Preis, den die Regulierungsbehörde vorab genehmigt.

Der Großhandel ist dagegen europäisch eingebunden. Bulgarien bildet eine einzige Gebotszone; der Day-Ahead-Preis entsteht täglich an der Börse IBEX innerhalb der europäischen Marktkopplung. Häufig bewegt er sich im Gleichschritt mit Rumänien und Griechenland, während das Kernkraftwerk Kosloduj an der Donau und die Braunkohlekraftwerke im Mariza-Becken bestimmen, wie viel das Land selbst liefern kann.

Die Stundenpreise der Strombörse in Bulgarien dürfen nicht frei weiterverwendet werden, deshalb zeigen wir sie nicht. Die Haushaltspreise hier sind die offiziellen Zahlen von Eurostat, die halbjährlich aktualisiert werden.

Haushaltspreis
13,4 ct/kWh
1. Halbjahr 2026, alles inklusive
Binnen eines Jahres
+3 %
gegenüber 1. Halbjahr 2025
Kernenergie
41 %
der Stromerzeugung 2024

Woher kommt der Strom in Bulgarien?

Bruttostromerzeugung 2024 nach Energieträgern. Quelle: Eurostat (nrg_bal_peh).

Wind4 %
Solar14 %
Wasserkraft7 %
Kernenergie41 %
Bioenergie4 %
Abfall0 %
Gas5 %
Öl1 %
Kohle, Braunkohle und Torf23 %
Sonstige0 %

Haushaltspreis seit 2023

Durchschnittspreis pro kWh, alles inklusive, für einen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 2.500–5.000 kWh. Quelle: Eurostat (nrg_pc_204).

Ein Haushalt in Bulgarien mit einem Jahresverbrauch von 2.500–5.000 kWh zahlte im 1. Halbjahr 2026 durchschnittlich 13,4 ct/kWh, alles inklusive, 3 % mehr als ein Jahr zuvor (Eurostat).

Die Eurostat-Zahl für jedes Halbjahr, einschließlich Steuern, Abgaben, Netzentgelten und Mehrwertsteuer. Wird zweimal im Jahr aktualisiert.

So funktioniert der Strompreis in Bulgarien

Regulierter Tarif für Haushalte, freier Markt für Firmen

Zwei Welten bestehen nebeneinander. Haushalte am Niederspannungsnetz werden überwiegend von regionalen Endversorgern beliefert, zu Preisen, die die Energie- und Wasserregulierungskommission (EWRC) festlegt; neue Sätze gelten in der Regel ab dem 1. Juli. Unternehmen kaufen seit Jahren am freien Markt und zahlen, was Börse und Lieferverträge hergeben. Ob auch Privatkunden vollständig in den Wettbewerb wechseln sollen, ist ein wiederkehrender politischer Streitpunkt, denn ihre Rechnungen würden dann deutlich stärker schwanken.

Das Übertragungsnetz betreibt der Systembetreiber ESO, die Verteilung übernehmen regionale Netzgesellschaften. Weil IBEX mit dem übrigen EU-Markt gekoppelt ist, fließt der günstigste Strom über die Grenzen, bis die Leitungen ausgelastet sind. Erst dann löst sich der bulgarische Preis von dem der Nachbarn.

Was auf der bulgarischen Stromrechnung steht

Für einen Haushalt im regulierten Tarif bündelt die Rechnung mehrere Bestandteile: die Energie selbst, ein Entgelt für das Übertragungsnetz, eines für das örtliche Verteilnetz und einen Beitrag zu den sogenannten Verpflichtungen gegenüber der Gesellschaft, aus dem unter anderem die Förderung erneuerbarer Energien bezahlt wird. Jeden Bestandteil genehmigt die Behörde, deshalb ändert sich der Endpreis in Stufen. Hinzu kommt die Mehrwertsteuer. Mit der Euro-Einführung wurden alle Tarife zum festen Kurs umgerechnet.

Kosloduj, CO2-Preis und Sonne: die Preistreiber

Viel vom Preis kommt über die Grenzen. Eine Hitzewelle in Griechenland, niedriges Donauwasser in Rumänien oder teures Gas in der Region schlagen über die Marktkopplung auf Bulgarien durch. Im Land selbst zählen drei Dinge: Brennelementwechsel in Kosloduj nehmen wochenlang einen großen Block Grundlast vom Netz; die Braunkohlekraftwerke müssen EU-Emissionszertifikate kaufen, ihre Kosten steigen also mit dem CO2-Preis; und der rasche Solarausbau macht sonnige Mittagsstunden billig, während die Abende, wenn die Sonne untergeht und Klimaanlagen noch laufen, oft die teuersten Stunden des Tages sind.

Atom, Braunkohle und ein Solarboom

Das Rückgrat ist die Kernenergie. Die beiden laufenden Blöcke 5 und 6 in Kosloduj mit je 1.000 Megawatt liefern den größten Teil des bulgarischen Stroms; vier ältere Blöcke wurden in den Jahren vor dem EU-Beitritt 2007 abgeschaltet, neue Blöcke am selben Standort sind geplant. Braunkohle aus den Tagebauen von Mariza-Ost bei Stara Sagora ist die zweite Säule und im Winter besonders wichtig, auch wenn über ihr Ende seit Jahren gestritten wird.

Photovoltaik ist seit Anfang der 2020er-Jahre schneller gewachsen als jede andere Quelle, auf Freiflächen wie auf Dächern. Wasserkraft aus den Stauseen in Rila und Rhodopen, Erdgas und etwas Windkraft ergänzen den Mix.

Bulgarien im Vergleich mit Rumänien und Griechenland

Nördlich der Donau hat Rumänien einen breiteren Mix mit viel Wasserkraft; 2025 lief dort die Preisobergrenze für Haushalte aus, rumänische Familien zahlen seither Marktpreise, das Gegenmodell zu Bulgarien. Im Süden setzt Griechenland auf Gas, Wind und Sonne und hat oft höhere Großhandelspreise, weshalb viel bulgarischer Überschuss nach Süden fließt. Für deutsche Leser lohnt der Blick auf das eigene Land: Deutschland hat die Kernkraft verlassen, Bulgarien baut auf sie und plant sogar neue Blöcke.

Bulgarien im Vergleich mit den Nachbarländern

2024 verteilte sich die Stromerzeugung in Bulgarien so: 41 % Kernenergie, 23 % Kohle, Braunkohle und Torf und 14 % Solar. Wind, Sonne, Wasser, Kernenergie und Bioenergie lieferten in Bulgarien zusammen 70 % der Erzeugung.

BulgarienKernenergie 41 %, Kohle, Braunkohle und Torf 23 %
RumänienWasserkraft 26 %, Kernenergie 21 %
GriechenlandGas 37 %, Wind 21 %

Bruttostromerzeugung 2024 nach Energieträgern. Quelle: Eurostat (nrg_bal_peh). Pumpspeicherstrom ist abgezogen.

Mein Strompreis deckt Bulgarien noch nicht ab

Mein Strompreis zeigt Stundenpreise für diese Länder: Dänemark, Norwegen, Schweden, Deutschland, Frankreich, Niederlande und Belgien.

Mein Strompreis

Mein Strompreis gibt es für Dänemark, Norwegen, Schweden, Deutschland, Frankreich, die Niederlande und Belgien.

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Fragen zum Strompreis in Bulgarien

Was zahlt ein durchschnittlicher Haushalt in Bulgarien für Strom?
Ein Haushalt in Bulgarien mit einem Jahresverbrauch von 2.500–5.000 kWh zahlte laut Eurostat im 1. Halbjahr 2026 durchschnittlich 13,4 ct/kWh pro kWh, alles inklusive. Der Preis hängt vom Netzbetreiber und vom Vertrag ab.
Wie viel des Stroms in Bulgarien stammt aus der Quelle „Kernenergie“?
2024 stammten 41 % der Stromerzeugung in Bulgarien aus der Quelle „Kernenergie“ (Eurostat). Das ist die größte einzelne Quelle.
Wie schneidet der Strommix in Bulgarien im Vergleich zu den Nachbarländern ab?
2024: Bulgarien: Kernenergie 41 %, Kohle, Braunkohle und Torf 23 %; Rumänien: Wasserkraft 26 %, Kernenergie 21 %; Griechenland: Gas 37 %, Wind 21 %.
Warum zeigt diese Seite keine Stundenpreise für Bulgarien?
Die Day-Ahead-Preise für Bulgarien veröffentlicht die Börse IBEX, und ihre Daten dürfen nicht frei weiterverbreitet werden. Die Seite zeigt deshalb die offiziellen Haushaltspreise von Eurostat, die zweimal im Jahr erscheinen und Netzentgelte, Abgaben und Steuern enthalten. Der Stundenpreis selbst entsteht weiterhin täglich in der europäischen Marktkopplung.
Was hat der Euro am Strompreis geändert?
Der Währungswechsel allein hat keinen Tarif verteuert. Am 1. Januar 2026 wurden die regulierten Preise zum festen Kurs von 1,95583 Lewa je Euro umgerechnet, demselben Kurs, an den der Currency Board den Lew seit Jahren gebunden hatte. Eurostat hat bulgarische Preise schon immer auch in Euro ausgewiesen, die Reihe auf dieser Seite läuft daher ohne Bruch weiter.
Warum ist Strom für bulgarische Haushalte so billig?
Zum einen genehmigt die Regulierungsbehörde die Haushaltspreise und glättet so die Ausschläge des Großhandels, zum anderen stammt ein großer Teil des Stroms aus Kosloduj und heimischer Braunkohle. Gemessen an der Kaufkraft ist der Abstand zu Westeuropa allerdings kleiner, als die Euro-Beträge vermuten lassen.