Strompreis in Tschechien heute
Der Börsenstrompreis Stunde für Stunde in CZ (CZ), Freitag, 23. Oktober 2026.
Tschechiens Strom ruht auf zwei Säulen: den sechs Reaktoren in Dukovany und Temelín und den Braunkohlekraftwerken im Nordwesten Böhmens. Damit ist das Land seit Langem Stromexporteur. Trotzdem weicht der tschechische Day-Ahead-Preis selten weit vom deutschen ab – beide Märkte sind eng verbunden und werden täglich gemeinsam berechnet.
Für Haushalte ist der Börsenpreis nur ein Teil der Rechnung. Ein großer regulierter Block, den die Energieregulierungsbehörde jedes Jahr festlegt, deckt Netze, Systemdienstleistungen und die Kosten früherer Förderung erneuerbarer Energien.
Viele tschechische Haushalte leben zudem nach zwei Uhren: einem Hoch- und einem Niedertarif, den der Netzbetreiber per Rundsteuersignal umschaltet.
Heute kostet Strom im Schnitt 4,31 Kč/kWh in CZ (CZ).
LiveQuelle: Bundesnetzagentur | SMARD.deKurs: EZB 22.10.2026
Stunde für Stunde
Die drei günstigsten Stunden am Stück sind 12–15 Uhr (Durchschnitt 3,25 Kč/kWh). Am teuersten ist es 07–08 Uhr.
Alle Stunden als Tabelle anzeigen
| Stunde | Börsenpreis (Kč/kWh) | Niveau |
|---|---|---|
| 00–01 | 4,29 | Mittel |
| 01–02 | 4,09 | Günstig |
| 02–03 | 4,14 | Mittel |
| 03–04 | 4,11 | Mittel |
| 04–05 | 4,17 | Mittel |
| 05–06 | 4,51 | Teuer |
| 06–07 | 5,49 | Teuer |
| 07–08 | 6,07 | Teuer |
| 08–09 | 5,69 | Teuer |
| 09–10 | 5,02 | Teuer |
| 10–11 | 4,19 | Mittel |
| 11–12 | 3,56 | Günstig |
| 12–13 | 3,13 | Günstig |
| 13–14 | 3,20 | Günstig |
| 14–15 | 3,44 | Günstig |
| 15–16 | 3,74 | Günstig |
| 16–17 | 4,32 | Mittel |
| 17–18 | 5,12 | Teuer |
| 18–19 | 5,07 | Teuer |
| 19–20 | 5,36 | Teuer |
| 20–21 | 4,29 | Mittel |
| 21–22 | 3,77 | Günstig |
| 22–23 | 3,47 | Günstig |
| 23–00 | 3,13 | Günstig |
Der Börsenpreis ist der Preis an der Strombörse, der Durchschnitt der vier Viertelstundenpreise einer Stunde, ohne Steuern, Abgaben, Netzentgelte und Mehrwertsteuer. Umgerechnet mit dem Referenzkurs der EZB vom 22.10.2026: 1 EUR = 24,2600 CZK. Die Kurse der EZB sind frei nutzbar.
Woher kommt der Strom in Tschechien?
Bruttostromerzeugung 2024 nach Energieträgern. Quelle: Eurostat (nrg_bal_peh).
Haushaltspreis seit 2023
Durchschnittspreis pro kWh, alles inklusive, für einen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 2.500–5.000 kWh. Quelle: Eurostat (nrg_pc_204).
Ein Haushalt in Tschechien mit einem Jahresverbrauch von 2.500–5.000 kWh zahlte im 1. Halbjahr 2026 durchschnittlich 7,01 Kč/kWh, alles inklusive, 12 % weniger als ein Jahr zuvor (Eurostat).
Die Eurostat-Zahl für jedes Halbjahr, einschließlich Steuern, Abgaben, Netzentgelten und Mehrwertsteuer. Wird zweimal im Jahr aktualisiert.
So funktioniert der Strompreis in Tschechien
OTE, ČEPS und ERÚ – die Rollen im Markt
Tschechien bildet eine Gebotszone. Der Marktbetreiber OTE führt die Day-Ahead- und Intraday-Auktionen durch, die mit dem übrigen EU-Markt gekoppelt sind. Der tschechische Stundenpreis entsteht also im selben europäischen Algorithmus wie der deutsche. ČEPS betreibt das Übertragungsnetz; drei Verteilnetzbetreiber – ČEZ Distribuce, EG.D und PREdistribuce in Prag – bringen den Strom zu den Haushalten.
Der Endkundenmarkt ist vollständig liberalisiert: Die Lieferanten bestimmen den Preis für die Energie selbst. Die Energieregulierungsbehörde ERÚ legt jährlich die regulierten Bestandteile fest. In der Energiekrise deckelte die Regierung den Haushaltsstrompreis für 2023; der Deckel wurde danach nicht verlängert.
Energiepreis, regulierter Anteil und Hauptsicherung
Die Rechnung trennt den Energiepreis (silová elektřina), den der Lieferant festlegt, vom regulierten Anteil. Dieser umfasst das Verteilnetz – mit einem Monatsbetrag nach Größe der Hauptsicherung und einem Preis pro MWh – sowie Entgelte für Systemdienstleistungen, für die Förderung erneuerbarer Quellen (POZE) und für den Marktbetreiber.
Hinzu kommen eine kleine Stromsteuer und die Mehrwertsteuer. Der Netztarif trägt ein Kürzel wie D02d für eine normale Wohnung oder D57d für ein Haus mit Wärmepumpe; Tarife mit Niedertarif bieten günstigere Stunden für Speicherheizungen, Boiler und Wärmepumpen.
Wind aus Norddeutschland, kalte Winter, Revisionen
Mitten im gekoppelten Markt gelegen, spürt Tschechien Ereignisse weit jenseits der Grenze. Starker Wind in Norddeutschland zieht den tschechischen Preis oft mit nach unten, eine windstille, kalte Woche in Mitteleuropa hebt ihn. Geplante Revisionen in Dukovany oder Temelín verknappen das Angebot und werden im Preis sichtbar.
Über die Braunkohle wirkt der CO2-Preis, in den teuersten Stunden setzen Gaskraftwerke den Preis. Die Nachfrage ist im Winter am höchsten; sonnige Sommermittage sind dagegen günstiger geworden, seit sich Dachanlagen verbreitet haben.
Kernkraft und Braunkohle aus Nordböhmen
Dukovany mit vier kleineren und Temelín mit zwei großen Blöcken liefern die stabile Grundlast. Braunkohle stammt aus Tagebauen bei Most und befeuert Kraftwerke, die auch Fernwärme liefern – ein Ausstieg ist daher auch eine Wärmefrage. Die Kohle verliert an Bedeutung, und in Dukovany sind neue Reaktoren geplant.
Die Photovoltaik erlebte um 2010 einen ersten Boom mit großzügig geförderten Freiflächenanlagen, deren Kosten bis heute über POZE bezahlt werden; nach 2022 folgte eine zweite Welle auf Dächern. Wasserkraft ist klein und an der Moldau konzentriert, das Pumpspeicherkraftwerk Dlouhé Stráně hilft beim Ausgleich. Windkraft spielt nur eine Nebenrolle.
Drehscheibe in Mitteleuropa
Meist folgt der tschechische Preis Deutschland, dessen Wind- und Solarschwankungen über die Grenze schwappen. Das kohlelastige Polen ist häufig teurer. Im Osten setzt auch die Slowakei, mit der Tschechien einst ein Netz teilte, auf Kernkraft, und Österreich im Süden bringt Wasserkraft aus den Alpen ein.
Große Mengen deutschen Windstroms flossen zeitweise ungeplant durch das tschechische Netz nach Süden. ČEPS hat deshalb an der deutschen Grenze Phasenschiebertransformatoren installiert, um diese Ringflüsse zu steuern.
Tschechien im Vergleich mit den Nachbarländern
2024 verteilte sich die Stromerzeugung in Tschechien so: 41 % Kernenergie, 36 % Kohle, Braunkohle und Torf und 7 % Bioenergie. Wind, Sonne, Wasser, Kernenergie und Bioenergie lieferten in Tschechien zusammen 56 % der Erzeugung.
Bruttostromerzeugung 2024 nach Energieträgern. Quelle: Eurostat (nrg_bal_peh). Pumpspeicherstrom ist abgezogen.
Mein Strompreis deckt Tschechien noch nicht ab
Mein Strompreis zeigt Stundenpreise für diese Länder: Dänemark, Norwegen, Schweden, Deutschland, Frankreich, Niederlande und Belgien.
Fragen zum Strompreis in Tschechien
- Was kostet Strom in Tschechien heute?
- In CZ (CZ) liegt der Börsenpreis heute im Schnitt bei 4,31 Kč/kWh. Am günstigsten ist es zwischen 12–13 Uhr mit 3,13 Kč/kWh, am teuersten zwischen 07–08 Uhr mit 6,07 Kč/kWh. Dazu kommen Netzentgelte, Abgaben und Mehrwertsteuer.
- Was zahlt ein durchschnittlicher Haushalt in Tschechien für Strom?
- Ein Haushalt in Tschechien mit einem Jahresverbrauch von 2.500–5.000 kWh zahlte laut Eurostat im 1. Halbjahr 2026 durchschnittlich 7,01 Kč/kWh pro kWh, alles inklusive (rund 28,8 ct/kWh zum heutigen Kurs). Der Preis hängt vom Netzbetreiber und vom Vertrag ab.
- Wie viel des Stroms in Tschechien stammt aus der Quelle „Kernenergie“?
- 2024 stammten 41 % der Stromerzeugung in Tschechien aus der Quelle „Kernenergie“ (Eurostat). Das ist die größte einzelne Quelle.
- Was ist der Niedertarif auf tschechischen Stromrechnungen?
- Manche Netztarife haben einen Hoch- und einen Niedertarif. In den Niedertarifstunden, die der Netzbetreiber per Rundsteuersignal (HDO) schaltet, sind Energie und Netz billiger. Gedacht ist das für Speicherheizungen, Warmwasserboiler und Wärmepumpen; wie viele Stunden es gibt, hängt vom Tarif ab.
- Warum ist der tschechische Day-Ahead-Preis oft gleich dem deutschen?
- Beide Märkte sind gekoppelt und gut verbunden. Solange die Grenzkuppelleitungen nicht ausgelastet sind, ergibt der europäische Algorithmus für beide Gebiete in dieser Stunde denselben Preis. Erst bei Engpässen trennen sich die Preise.
- Wie viele Kernreaktoren hat Tschechien?
- Sechs: vier Blöcke in Dukovany in Mähren und zwei in Temelín in Südböhmen. In Dukovany sind neue Blöcke geplant, die die älteren nach und nach ersetzen sollen.