Strompreis in Frankreich heute
Der Börsenstrompreis Stunde für Stunde in FR (FR), Freitag, 23. Oktober 2026.
Kein europäisches Land setzt so stark auf Kernkraft wie Frankreich, und das prägt den Großhandelspreis im einheitlichen Gebotsgebiet des Festlands. Laufen die Reaktoren, hat Frankreich günstigen Strom übrig und liefert ihn in alle Nachbarländer, auch nach Deutschland. Stehen viele still wie 2022, muss das Land importieren, und der Preis zieht kräftig an. Korsika und die Überseegebiete gehören nicht zu diesem Markt.
Für Haushalte zählt daneben ein staatlich festgelegter Tarif, der „tarif bleu“. Millionen Kunden beziehen ihn, und viele Marktangebote werden als Rabatt darauf berechnet. Der Stundenpreis auf dieser Seite ist deshalb das Börsensignal für das Festland, nicht der Arbeitspreis, der auf den meisten französischen Rechnungen steht.
Heute kostet Strom im Schnitt 7,3 ct/kWh in FR (FR).
LiveQuelle: Bundesnetzagentur | SMARD.de
Stunde für Stunde
Die drei günstigsten Stunden am Stück sind 12–15 Uhr (Durchschnitt 0,5 ct/kWh). Am teuersten ist es 08–09 Uhr.
Alle Stunden als Tabelle anzeigen
| Stunde | Börsenpreis (ct/kWh) | Mit 20 % MwSt. | Niveau |
|---|---|---|---|
| 00–01 | 14,1 | 16,9 | Teuer |
| 01–02 | 12,3 | 14,7 | Teuer |
| 02–03 | 4,2 | 5,1 | Mittel |
| 03–04 | 0,7 | 0,8 | Günstig |
| 04–05 | 0,1 | 0,1 | Günstig |
| 05–06 | 2,0 | 2,4 | Günstig |
| 06–07 | 5,2 | 6,2 | Mittel |
| 07–08 | 11,6 | 13,9 | Teuer |
| 08–09 | 19,2 | 23,1 | Teuer |
| 09–10 | 16,4 | 19,7 | Teuer |
| 10–11 | 8,9 | 10,7 | Mittel |
| 11–12 | 1,7 | 2,0 | Günstig |
| 12–13 | 0,5 | 0,6 | Günstig |
| 13–14 | 0,1 | 0,1 | Günstig |
| 14–15 | 0,8 | 1,0 | Günstig |
| 15–16 | 0,6 | 0,7 | Günstig |
| 16–17 | 1,3 | 1,6 | Günstig |
| 17–18 | 5,2 | 6,2 | Mittel |
| 18–19 | 14,1 | 16,9 | Teuer |
| 19–20 | 14,9 | 17,8 | Teuer |
| 20–21 | 12,0 | 14,5 | Teuer |
| 21–22 | 10,1 | 12,2 | Mittel |
| 22–23 | 10,3 | 12,3 | Mittel |
| 23–00 | 8,4 | 10,1 | Mittel |
Der Börsenpreis ist der Preis an der Strombörse, der Durchschnitt der vier Viertelstundenpreise einer Stunde, ohne Steuern, Abgaben, Netzentgelte und Mehrwertsteuer.
Woher kommt der Strom in Frankreich gerade?
Stromerzeugung in Frankreich um 00:30 Uhr, nach Energieträgern.
Source : RTE – éCO2mix (ODRÉ), mis à jour 23.10.2026 00:30, Licence Ouverte v2.0
Haushaltspreis seit 2023
Durchschnittspreis pro kWh, alles inklusive, für einen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 2.500–5.000 kWh. Quelle: Eurostat (nrg_pc_204).
Ein Haushalt in Frankreich mit einem Jahresverbrauch von 2.500–5.000 kWh zahlte im 1. Halbjahr 2026 durchschnittlich 24,9 ct/kWh, alles inklusive, 7 % weniger als ein Jahr zuvor (Eurostat).
Die Eurostat-Zahl für jedes Halbjahr, einschließlich Steuern, Abgaben, Netzentgelten und Mehrwertsteuer. Wird zweimal im Jahr aktualisiert.
So funktioniert der Strompreis in Frankreich
Regulierter Tarif neben dem Börsenpreis
Der Day-Ahead-Preis für Frankreich entsteht täglich in der europäischen Marktkopplung, mit einem Preis je Lieferperiode für das ganze Festland. Daneben gibt es den tarif réglementé de vente, den EDF und in manchen Gemeinden ein örtlicher Verteilnetzbetreiber Haushalten und Kleinstunternehmen mit bis zu 36 kVA Anschlussleistung anbieten. Die Regulierungsbehörde CRE schlägt die Höhe vor, die Regierung legt sie fest, meist im Februar und noch einmal im August. Der Mechanismus ARENH, der EDF zwang, einen Teil des Atomstroms zum Festpreis an Wettbewerber abzugeben, lief Ende 2025 aus.
Abonnement, TURPE, Accise und 20 % Mehrwertsteuer
Die Rechnung besteht aus einem festen Abonnement, dessen Höhe von der gebuchten Leistung abhängt (3 bis 36 kVA), und einem Preis je kWh. In beiden steckt der Netztarif TURPE, der RTE für das Übertragungsnetz und Enedis oder ein lokales Unternehmen für die Verteilung bezahlt. Hinzu kommen die Stromsteuer accise, 30,85 €/MWh ab 1. Februar 2026 und 30,62 €/MWh für Haushalte ab 1. August 2026, ein kleiner Aufschlag auf das Abonnement für die Rentenkasse der Energiebranche (CTA) und 20 % Mehrwertsteuer.
Anders als in Deutschland wählt man in Frankreich vor allem eine Tarifoption: Base kostet rund um die Uhr gleich viel, Heures creuses bietet acht günstigere Stunden am Tag, meist nachts, und bei EDFs Tempo hängt der Preis von der Farbe des Tages ab.
Kälte, Reaktorverfügbarkeit und Flusstemperaturen
Viele französische Wohnungen werden elektrisch beheizt, deshalb steigt die Nachfrage bei jeder Kältewelle steil an. Eine frostige Januarwoche holt Gas-Spitzenlastkraftwerke ins Netz, deren Kosten dann den Preis bestimmen. Der zweite große Hebel sind die Reaktoren: 2022 legten Prüfungen wegen Spannungsrisskorrosion und Wartungen einen großen Teil des Parks still, die Kernkrafterzeugung fiel auf den tiefsten Stand seit Jahrzehnten, und Frankreich war übers Jahr Nettoimporteur. In heißen Sommern müssen Anlagen an Rhône und Garonne mitunter drosseln, damit das Flusswasser nicht zu warm wird; Regen und Schneeschmelze bestimmen das Angebot der Wasserkraft.
57 Reaktoren und viel Wasserkraft
Die 57 Reaktoren an 18 Standorten liefern den Großteil des Stroms; der jüngste, der EPR in Flamanville, ging im Dezember 2024 ans Netz. Wasserkraft aus den Talsperren der Alpen, der Pyrenäen und des Zentralmassivs sowie aus Laufwasserkraftwerken an Rhône und Rhein ist die zweite und flexibelste Säule. Wind und Sonne wachsen schnell, und die ersten Offshore-Windparks vor der Atlantik- und Kanalküste sind in Betrieb. Fossile Kraftwerke, vor allem Gas, laufen hauptsächlich in Spitzenzeiten, Kohle spielt kaum noch eine Rolle.
Strom fließt meist von Frankreich nach Osten
Weil die Kernkraft gleichmäßig und CO₂-arm liefert, liegt der französische Großhandelspreis oft unter dem in Deutschland, wo Wind, Kohle und Gas den Preis bewegen. Entsprechend fließt Strom meist über den Rhein nach Osten. Auch Italien und die Schweiz beziehen französischen Strom über die Alpen, während die Verbindung nach Spanien eng ist und nur einen Teil des iberischen Solarüberschusses durchlässt. Fallen in Frankreich viele Reaktoren aus, dreht sich die Richtung, und die Nachbarn bestimmen den Preis.
Frankreich im Vergleich mit den Nachbarländern
2024 verteilte sich die Stromerzeugung in Frankreich so: 67 % Kernenergie, 12 % Wasserkraft und 8 % Wind. Wind, Sonne, Wasser, Kernenergie und Bioenergie lieferten in Frankreich zusammen 94 % der Erzeugung.
Bruttostromerzeugung 2024 nach Energieträgern. Quelle: Eurostat (nrg_bal_peh). Pumpspeicherstrom ist abgezogen. Schweiz: BFE, Schweizerische Elektrizitätsbilanz; Speicherwasserkraft enthält Pumpspeicher.
Mein Strompreis: dein eigener Strompreis in Frankreich
Mein Strompreis zeigt die Stundenpreise in FR (FR) inklusive Steuern, Netzentgelt und Mehrwertsteuer, damit du siehst, was die Stunde wirklich kostet.
Fragen zum Strompreis in Frankreich
- Was kostet Strom in Frankreich heute?
- In FR (FR) liegt der Börsenpreis heute im Schnitt bei 7,3 ct/kWh. Am günstigsten ist es zwischen 04–05 Uhr mit 0,1 ct/kWh, am teuersten zwischen 08–09 Uhr mit 19,2 ct/kWh. Dazu kommen Netzentgelte, Abgaben und Mehrwertsteuer.
- Was zahlt ein durchschnittlicher Haushalt in Frankreich für Strom?
- Ein Haushalt in Frankreich mit einem Jahresverbrauch von 2.500–5.000 kWh zahlte laut Eurostat im 1. Halbjahr 2026 durchschnittlich 24,9 ct/kWh pro kWh, alles inklusive. Der Preis hängt vom Netzbetreiber und vom Vertrag ab.
- Wie viel des Stroms in Frankreich stammt aus der Quelle „Kernenergie“?
- 2024 stammten 67 % der Stromerzeugung in Frankreich aus der Quelle „Kernenergie“ (Eurostat). Das ist die größte einzelne Quelle.
- Was ist ein roter Tempo-Tag?
- Tempo ist eine Option des regulierten EDF-Tarifs, bei der der kWh-Preis von der Farbe des Tages abhängt. Die meisten Tage sind blau und günstig, 43 sind weiß und 22 rot. Rote Tage gibt es nur werktags zwischen November und März, und sie kosten ein Mehrfaches des blauen Preises. Die Farbe des Folgetags wird am Vortag bekannt gegeben, gestützt auf RTEs Prognose der Netzlast.
- Kann jeder noch den regulierten tarif bleu wählen?
- Haushalte und Kleinstunternehmen mit bis zu 36 kVA Anschlussleistung können es. Angeboten wird er von EDF und in manchen Gemeinden vom örtlichen Verteilunternehmen. Privatkunden können jederzeit ohne Kündigungsgebühr zu ihm wechseln oder ihn verlassen. Marktangebote können günstiger oder teurer sein; viele werben mit einem Prozentabschlag auf den regulierten kWh-Preis.
- Warum ist Strom in Frankreich oft billiger als in Deutschland?
- Im Großhandel, weil der abgeschriebene Kernkraftpark viel Strom zu niedrigen laufenden Kosten erzeugt und Gaskraftwerke seltener den Preis setzen. Bei den Haushalten entscheiden zusätzlich Netzentgelte, Steuern und der regulierte Tarif. Das gilt aber nicht immer: Im Krisenjahr 2022, als viele Reaktoren stillstanden, lag der französische Börsenpreis zeitweise über dem deutschen.