Zum Inhalt springen

Strompreis in Malta

Was ein Haushalt in Malta für Strom zahlt, woher der Strom kommt und wie sich das Land von seinen Nachbarn unterscheidet.

Malta hat eines der kleinsten Stromsysteme der EU, und es funktioniert anders als fast alle anderen Länder auf dieser Website. Es gibt keinen Großhandelsmarkt und keinen stündlichen Börsenpreis: Der staatliche Versorger Enemalta beliefert alle Haushalte zu Tarifen, die die Regierung festlegt. Diese Tarife sind seit Jahren stabil, auch während der Energiekrise 2022 – deshalb zahlen maltesische Haushalte mit die niedrigsten Preise im Euroraum.

Der Strom kommt aus zwei Richtungen: aus einem Gaskraftwerk in Delimara, das mit Flüssigerdgas versorgt wird, und über ein Seekabel nach Sizilien, das Malta mit dem italienischen Netz verbindet. Solaranlagen auf den Dächern liefern einen wachsenden Teil. Weil es keinen maltesischen Marktpreis gibt, zeigt diese Seite keine Stundenkurve; die Haushaltspreise stammen von Eurostat.

Die Stundenpreise der Strombörse in Malta dürfen nicht frei weiterverwendet werden, deshalb zeigen wir sie nicht. Die Haushaltspreise hier sind die offiziellen Zahlen von Eurostat, die halbjährlich aktualisiert werden.

Haushaltspreis
12,7 ct/kWh
1. Halbjahr 2026, alles inklusive
Binnen eines Jahres
+1 %
gegenüber 1. Halbjahr 2025
Gas
84 %
der Stromerzeugung 2024

Woher kommt der Strom in Malta?

Bruttostromerzeugung 2024 nach Energieträgern. Quelle: Eurostat (nrg_bal_peh).

Wind0 %
Solar15 %
Bioenergie0 %
Gas84 %
Öl0 %

Haushaltspreis seit 2023

Durchschnittspreis pro kWh, alles inklusive, für einen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 2.500–5.000 kWh. Quelle: Eurostat (nrg_pc_204).

Ein Haushalt in Malta mit einem Jahresverbrauch von 2.500–5.000 kWh zahlte im 1. Halbjahr 2026 durchschnittlich 12,7 ct/kWh, alles inklusive, 1 % mehr als ein Jahr zuvor (Eurostat).

Die Eurostat-Zahl für jedes Halbjahr, einschließlich Steuern, Abgaben, Netzentgelten und Mehrwertsteuer. Wird zweimal im Jahr aktualisiert.

So funktioniert der Strompreis in Malta

Ein Versorger, feste Tarife, keine Börse

Malta hat weder eine eigene Gebotszone noch eine Strombörse. Enemalta gehört dem Staat, betreibt das Verteilnetz und ist einziger Lieferant für Haushalte und Unternehmen; anders als auf dem Festland wurde der Endkundenmarkt nicht für Wettbewerb geöffnet. Die Tarife legt die Regierung per Verordnung fest, die Aufsicht führt der Regulator for Energy and Water Services (REWS). Importiert Enemalta über das Kabel, kauft es zu italienischen Marktpreisen ein, gibt diese aber nicht stündlich weiter.

Verbrauchsstufen, Servicegebühr und eco-reduction

Eine maltesische Stromrechnung ist anders aufgebaut als eine deutsche. Der Preis je Kilowattstunde steigt in Stufen mit dem Jahresverbrauch: Die ersten Einheiten sind die günstigsten, hoher Verbrauch kostet pro Einheit mehr. Hinzu kommt eine feste jährliche Servicegebühr je Zähler. Haushalte mit geringem Verbrauch pro Kopf erhalten eine eco-reduction, einen Rabatt auf einen Teil ihres Verbrauchs. Die Mehrwertsteuer kommt hinzu, separate Netzentgelte gibt es auf der Rechnung nicht – die Netzkosten stecken im Tarif von Enemalta.

Gas per Schiff, Sonne auf dem Dach und ein Kabel nach Sizilien

Den Großteil des maltesischen Stroms erzeugt das Kraftwerk Delimara an der Südostküste aus Gas. Es kommt als LNG per Tanker und lagert in einem schwimmenden Speicherschiff, das neben dem Kraftwerk vertäut ist – der Umstieg von Schweröl erfolgte in der zweiten Hälfte der 2010er-Jahre. Solaranlagen auf den Flachdächern liefern einen wachsenden Anteil, Windkraft gibt es praktisch nicht.

Das Kabel nach Sizilien, seit 2015 in Betrieb und mit 200 MW Kapazität, erlaubt Importe, wenn italienischer Strom billiger ist als die eigene Erzeugung, und dient als Reserve bei Ausfällen. Die Nachfrage gipfelt in der Sommerhitze, wenn überall auf den Inseln Klimaanlagen laufen.

Anders als Sizilien, anders als Zypern

Über das Kabel hängt Malta an Italien, genauer an der sizilianischen Zone des italienischen Marktes, wo ebenfalls oft Gas den Preis bestimmt. Italienische Haushalte sehen ihre Rechnung aber dem Großhandel folgen, während Maltas Tarife stillstehen. Zypern, der andere kleine Inselstaat der EU im Mittelmeer, ist noch mit keinem anderen Netz verbunden und verbrennt überwiegend Öl; es ist Brennstoffpreisen stärker ausgesetzt und zahlt mehr. Für deutsche Leser, die Börsenstrom und dynamische Tarife kennen, ist Malta das Gegenmodell.

Malta im Vergleich mit den Nachbarländern

2024 verteilte sich die Stromerzeugung in Malta so: 84 % Gas, 15 % Solar und 0 % Bioenergie. Wind, Sonne, Wasser, Kernenergie und Bioenergie lieferten in Malta zusammen 15 % der Erzeugung.

MaltaGas 84 %, Solar 15 %
ItalienGas 44 %, Wasserkraft 19 %
ZypernÖl 76 %, Solar 19 %

Bruttostromerzeugung 2024 nach Energieträgern. Quelle: Eurostat (nrg_bal_peh). Pumpspeicherstrom ist abgezogen.

Mein Strompreis deckt Malta noch nicht ab

Mein Strompreis zeigt Stundenpreise für diese Länder: Dänemark, Norwegen, Schweden, Deutschland, Frankreich, Niederlande und Belgien.

Mein Strompreis

Mein Strompreis gibt es für Dänemark, Norwegen, Schweden, Deutschland, Frankreich, die Niederlande und Belgien.

Laden im App StoreJetzt bei Google Play

Fragen zum Strompreis in Malta

Was zahlt ein durchschnittlicher Haushalt in Malta für Strom?
Ein Haushalt in Malta mit einem Jahresverbrauch von 2.500–5.000 kWh zahlte laut Eurostat im 1. Halbjahr 2026 durchschnittlich 12,7 ct/kWh pro kWh, alles inklusive. Der Preis hängt vom Netzbetreiber und vom Vertrag ab.
Wie viel des Stroms in Malta stammt aus der Quelle „Gas“?
2024 stammten 84 % der Stromerzeugung in Malta aus der Quelle „Gas“ (Eurostat). Das ist die größte einzelne Quelle.
Wie schneidet der Strommix in Malta im Vergleich zu den Nachbarländern ab?
2024: Malta: Gas 84 %, Solar 15 %; Italien: Gas 44 %, Wasserkraft 19 %; Zypern: Öl 76 %, Solar 19 %.
Warum gibt es für Malta keinen Stundenpreis?
Malta hat weder einen eigenen Großhandelsmarkt noch eine Gebotszone. Haushalte und Unternehmen zahlen von der Regierung festgelegte Tarife, keinen Preis, der sich stündlich ändert. Enemalta handelt zwar am italienischen Markt, wenn es über das Kabel nach Sizilien importiert, doch diese Preise gehören zu Italien und werden nicht an maltesische Kunden weitergegeben. Die Seite zeigt deshalb die amtlichen Haushaltspreise von Eurostat.
Warum haben sich Maltas Strompreise kaum verändert?
Die Regierung hat sich entschieden, die Tarife für Haushalte und Unternehmen stabil zu halten. Als Brennstoff- und Gaspreise 2022 stark stiegen, zahlte der Staat Enemalta Zuschüsse, um die Lücke zu decken, statt die Tarife anzuheben. Das erklärt die flache Linie in den Eurostat-Zahlen – die Kosten verschwinden aber nicht, sie landen im Staatshaushalt.
Was passiert, wenn das Kabel nach Sizilien ausfällt?
Dann muss Malta mit den eigenen Kraftwerken in Delimara auskommen, die in vielen Stunden teurer sind als Importe und bei Sommerspitzen weniger Reserve lassen. An den Tarifen ändert das nichts: Kunden zahlen dieselben festen Sätze, egal woher der Strom kommt.