Strompreis in Italien heute
Der Börsenstrompreis Stunde für Stunde in Norditalien (IT-North), Freitag, 23. Oktober 2026.
Kein Energieträger liefert in Italien so viel Strom wie Erdgas – und das prägt den Strompreis: Wird Gas teurer, ziehen an der Börse fast alle Stunden mit. Kernkraftwerke gibt es seit Ende der 1980er-Jahre nicht mehr. Gaskraftwerke teilen sich die Last daher mit Wasserkraft aus den Alpen, einer rasch wachsenden Zahl von Solaranlagen und stetigen Importen aus dem Norden.
Anders als Deutschland, das mit Luxemburg eine einzige Preiszone bildet, ist Italien in mehrere Marktgebiete zwischen Alpen, Sizilien und Sardinien geteilt. Diese Seite zeigt den Day-Ahead-Preis der Zone Nord mit dem größten Verbrauch und den meisten Leitungen nach Frankreich, in die Schweiz, nach Österreich und Slowenien. Weiter südlich kann der Preis abweichen, vor allem wenn die Leitungen zwischen den Zonen voll sind.
Heute kostet Strom im Schnitt 24,2 ct/kWh in Norditalien (IT-North).
LiveQuelle: Bundesnetzagentur | SMARD.de
Die Seite zeigt nur Norditalien (IT-North). Die Preise der übrigen Gebotszonen in Italien dürfen nicht frei weiterverwendet werden.
Stunde für Stunde
Die drei günstigsten Stunden am Stück sind 12–15 Uhr (Durchschnitt 21,0 ct/kWh). Am teuersten ist es 07–08 Uhr.
Alle Stunden als Tabelle anzeigen
| Stunde | Börsenpreis (ct/kWh) | Niveau |
|---|---|---|
| 00–01 | 21,4 | Günstig |
| 01–02 | 21,2 | Günstig |
| 02–03 | 21,8 | Günstig |
| 03–04 | 21,9 | Günstig |
| 04–05 | 21,8 | Günstig |
| 05–06 | 23,3 | Mittel |
| 06–07 | 26,8 | Teuer |
| 07–08 | 29,3 | Teuer |
| 08–09 | 29,0 | Teuer |
| 09–10 | 26,9 | Teuer |
| 10–11 | 25,7 | Mittel |
| 11–12 | 22,5 | Mittel |
| 12–13 | 21,1 | Günstig |
| 13–14 | 20,9 | Günstig |
| 14–15 | 21,1 | Günstig |
| 15–16 | 21,4 | Günstig |
| 16–17 | 24,3 | Mittel |
| 17–18 | 26,5 | Teuer |
| 18–19 | 27,9 | Teuer |
| 19–20 | 28,3 | Teuer |
| 20–21 | 27,8 | Teuer |
| 21–22 | 25,1 | Mittel |
| 22–23 | 22,3 | Mittel |
| 23–00 | 22,5 | Mittel |
Der Börsenpreis ist der Preis an der Strombörse, der Durchschnitt der vier Viertelstundenpreise einer Stunde, ohne Steuern, Abgaben, Netzentgelte und Mehrwertsteuer.
Woher kommt der Strom in Italien?
Bruttostromerzeugung 2024 nach Energieträgern. Quelle: Eurostat (nrg_bal_peh).
Haushaltspreis seit 2023
Durchschnittspreis pro kWh, alles inklusive, für einen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 2.500–5.000 kWh. Quelle: Eurostat (nrg_pc_204).
Ein Haushalt in Italien mit einem Jahresverbrauch von 2.500–5.000 kWh zahlte im 1. Halbjahr 2026 durchschnittlich 31,4 ct/kWh, alles inklusive, 5 % weniger als ein Jahr zuvor (Eurostat).
Die Eurostat-Zahl für jedes Halbjahr, einschließlich Steuern, Abgaben, Netzentgelten und Mehrwertsteuer. Wird zweimal im Jahr aktualisiert.
So funktioniert der Strompreis in Italien
Sieben Preiszonen und das Ende der maggior tutela
Die Day-Ahead-Auktion MGP betreibt die Börse GME (Gestore dei Mercati Energetici); sie ist in die europäische Marktkopplung eingebunden. Geboten wird je Zone: Nord, Centro-Nord, Centro-Sud, Sud, Kalabrien, Sizilien und Sardinien. Reichen die Leitungen, gilt überall derselbe Preis, sonst trennen sich die Zonen. Das Übertragungsnetz betreibt Terna, Netzentgelte und Verbraucherschutz regelt die Behörde ARERA.
Jahrzehntelang bezogen viele Haushalte Strom zu regulierten Preisen in der maggior tutela. Für nicht schutzbedürftige Haushaltskunden endete sie im Juli 2024. Wer keinen Vertrag gewählt hatte, kam in den servizio a tutele graduali, dessen Versorger per Auktion bestimmt wurden. Schutzbedürftige Kunden, etwa über 75-Jährige, behalten von ARERA festgelegte Bedingungen.
Was auf der bolletta steht
Die italienische Stromrechnung, die bolletta, gliedert sich in wenige Blöcke. Die spesa per la materia energia deckt den Strom selbst und die Kosten des Versorgers. Die spesa per il trasporto e la gestione del contatore bezahlt Übertragung, Verteilung und Zähler – das, was in Deutschland Netzentgelte und Messstellenbetrieb heißt. Die oneri di sistema finanzieren allgemeine Lasten, darunter frühere Förderung erneuerbarer Energien. Hinzu kommen die Verbrauchsteuer accisa und schließlich die Mehrwertsteuer. In der Krise 2022 wurden die oneri di sistema zeitweise ausgesetzt.
Gas gibt den Takt vor
Weil Gaskraftwerke so häufig die letzte benötigte Anlage sind, folgt der italienische Preis eng dem Gasmarkt, und fast das gesamte Gas wird importiert. Stromimporte über die Alpen, vor allem aus Frankreich und der Schweiz, drücken den Preis, wenn dort Überschuss herrscht. Mittags senkt die Photovoltaik die Preise oft deutlich unter das Abendniveau, wenn die Gaskraftwerke wieder hochfahren. Schnee und Regen in den Alpen bestimmen die verfügbare Wasserkraft, Hitzewellen treiben im Sommer den Verbrauch für Klimaanlagen.
Gas, Wasser, Sonne und Erdwärme
Gas-und-Dampf-Kraftwerke erzeugen den größten Anteil. Danach folgt Wasserkraft aus Speichern und Laufwasserkraftwerken in Alpen und Apennin. Die Solarenergie ist zur dritten Säule geworden, auf Dächern wie auf Freiflächen, während Windparks vor allem im Süden und auf den Inseln stehen. Eine Besonderheit ist die Geothermie in der Toskana: In Larderello wurde erstmals Strom aus natürlichem Dampf erzeugt. Kohle ist fast verschwunden – anders als in Deutschland, wo Braunkohle noch einen spürbaren Teil liefert.
Nachbarn mit weniger Gas
Italien kauft mehr Strom ein, als es verkauft, das meiste über die Alpen. Frankreich liefert Atomstrom, die Schweiz Wasserkraft und Transit, Österreich und Slowenien kleinere Mengen. Weil diese Länder weniger auf Gas setzen, sind ihre Stunden oft günstiger. Im Südosten verbindet ein Seekabel Apulien mit Griechenland, und von Sizilien führt ein Kabel nach Malta, das seinen Importstrom am italienischen Markt kauft.
Italien im Vergleich mit den Nachbarländern
2024 verteilte sich die Stromerzeugung in Italien so: 44 % Gas, 19 % Wasserkraft und 13 % Solar. Wind, Sonne, Wasser, Kernenergie und Bioenergie lieferten in Italien zusammen 50 % der Erzeugung.
Bruttostromerzeugung 2024 nach Energieträgern. Quelle: Eurostat (nrg_bal_peh). Pumpspeicherstrom ist abgezogen. Schweiz: BFE, Schweizerische Elektrizitätsbilanz; Speicherwasserkraft enthält Pumpspeicher.
Mein Strompreis deckt Italien noch nicht ab
Mein Strompreis zeigt Stundenpreise für diese Länder: Dänemark, Norwegen, Schweden, Deutschland, Frankreich, Niederlande und Belgien.
Fragen zum Strompreis in Italien
- Was kostet Strom in Italien heute?
- In Norditalien (IT-North) liegt der Börsenpreis heute im Schnitt bei 24,2 ct/kWh. Am günstigsten ist es zwischen 13–14 Uhr mit 20,9 ct/kWh, am teuersten zwischen 07–08 Uhr mit 29,3 ct/kWh. Dazu kommen Netzentgelte, Abgaben und Mehrwertsteuer.
- Was zahlt ein durchschnittlicher Haushalt in Italien für Strom?
- Ein Haushalt in Italien mit einem Jahresverbrauch von 2.500–5.000 kWh zahlte laut Eurostat im 1. Halbjahr 2026 durchschnittlich 31,4 ct/kWh pro kWh, alles inklusive. Der Preis hängt vom Netzbetreiber und vom Vertrag ab.
- Wie viel des Stroms in Italien stammt aus der Quelle „Gas“?
- 2024 stammten 44 % der Stromerzeugung in Italien aus der Quelle „Gas“ (Eurostat). Das ist die größte einzelne Quelle.
- Warum zeigt die Seite nur Preise für Norditalien?
- Die Stundenpreise stammen von SMARD, der Marktdatenplattform der Bundesnetzagentur, die die italienische Zone Nord veröffentlicht. Die Preise der übrigen Zonen und den landesweiten PUN gibt die Börse GME heraus; deren Bedingungen erlauben keine freie Weiterverbreitung, daher fehlen sie hier. Der Norden ist ein guter Anhaltspunkt, doch Süden und Inseln weichen in manchen Stunden deutlich ab.
- Was ist der PUN?
- Der Prezzo Unico Nazionale ist ein einheitlicher nationaler Referenzpreis: der Durchschnitt der Zonenpreise, gewichtet nach dem Verbrauch der Zonen. Viele italienische Verträge mit variablem Preis koppeln sich daran, plus Aufschlag des Versorgers. So sehen Haushalte in Palermo und Mailand denselben Referenzwert, obwohl die Zonenpreise auseinanderliegen können.
- Gibt es in Italien noch einen regulierten Strompreis?
- Nur noch für einen Teil der Kunden. Die maggior tutela endete für nicht schutzbedürftige Haushalte im Juli 2024. Wer keinen Anbieter gewählt hatte, landete im servizio a tutele graduali mit per Auktion ermittelten Bedingungen; alle anderen sind im freien Markt. Schutzbedürftige, etwa über 75-Jährige oder Menschen mit lebenswichtigen elektrischen Medizingeräten, behalten von ARERA festgelegte Konditionen.