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Strompreis in der Slowakei

Was ein Haushalt in der Slowakei für Strom zahlt, woher der Strom kommt und wie sich das Land von seinen Nachbarn unterscheidet.

Über die Hälfte des slowakischen Stroms stammt aus Kernreaktoren – in der EU hat nur Frankreich einen höheren Anteil. Die beiden Standorte Bohunice im Westen und Mochovce im Süden laufen rund um die Uhr, Staustufen an Donau und Waag liefern regelbare Wasserkraft. Bezahlt wird in Euro, die Rechnungen lassen sich also direkt mit Österreich oder Deutschland vergleichen.

Was Haushalte zahlen, bestimmt nicht allein der Markt. Die Regulierungsbehörde ÚRSO deckelt den Preis, den Lieferanten Privatkunden berechnen dürfen, und der Staat hat in den letzten Jahren eigene Entlastungen draufgesetzt.

Diese Seite zeigt deshalb die offiziellen Haushaltspreise von Eurostat statt eines stündlichen Börsenpreises.

Die Stundenpreise der Strombörse in der Slowakei dürfen nicht frei weiterverwendet werden, deshalb zeigen wir sie nicht. Die Haushaltspreise hier sind die offiziellen Zahlen von Eurostat, die halbjährlich aktualisiert werden.

Haushaltspreis
19,9 ct/kWh
1. Halbjahr 2026, alles inklusive
Binnen eines Jahres
+5 %
gegenüber 1. Halbjahr 2025
Kernenergie
62 %
der Stromerzeugung 2024

Woher kommt der Strom in der Slowakei?

Bruttostromerzeugung 2024 nach Energieträgern. Quelle: Eurostat (nrg_bal_peh).

Wind0 %
Solar2 %
Wasserkraft15 %
Kernenergie62 %
Bioenergie5 %
Abfall0 %
Gas10 %
Öl1 %
Kohle, Braunkohle und Torf2 %
Sonstige3 %

Haushaltspreis seit 2023

Durchschnittspreis pro kWh, alles inklusive, für einen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 2.500–5.000 kWh. Quelle: Eurostat (nrg_pc_204).

Ein Haushalt in der Slowakei mit einem Jahresverbrauch von 2.500–5.000 kWh zahlte im 1. Halbjahr 2026 durchschnittlich 19,9 ct/kWh, alles inklusive, 5 % mehr als ein Jahr zuvor (Eurostat).

Die Eurostat-Zahl für jedes Halbjahr, einschließlich Steuern, Abgaben, Netzentgelten und Mehrwertsteuer. Wird zweimal im Jahr aktualisiert.

So funktioniert der Strompreis in der Slowakei

Marktkopplung, OKTE und Höchstpreise für Haushalte

Die Slowakei bildet eine Gebotszone. Den Day-Ahead-Preis ermittelt der Kurzfristmarktbetreiber OKTE in der europäischen Marktkopplung, gemeinsam mit Tschechien, Ungarn und dem übrigen EU-Markt. SEPS betreibt das Übertragungsnetz, drei regionale Gesellschaften im Westen, in der Mitte und im Osten des Landes die Verteilnetze.

Haushalte werden anders behandelt als Unternehmen. Die Regulierungsbehörde für Netzindustrien, ÚRSO, setzt Höchstpreise für die Stromlieferung an Wohnungen fest und genehmigt die Netzentgelte. In der Energiekrise schloss die Regierung zudem eine Vereinbarung mit Slovenské elektrárne, dem größten Erzeuger, über verbilligten Strom für Haushalte – die Endkundenpreise blieben so weit unter den Spitzen im Großhandel.

Lieferung, Netzentgelte und Kernenergiefonds

Eine slowakische Rechnung setzt sich aus der Lieferung und dem Verteilnetzentgelt zusammen, das einen monatlichen Grundbetrag nach Hauptsicherung und einen Arbeitspreis pro kWh hat. Dazu kommen ein Entgelt für Netzverluste, ein Tarif für den Systembetrieb, aus dem die Förderung von Erneuerbaren und Kraft-Wärme-Kopplung bezahlt wird, sowie ein Tarif für Systemdienstleistungen.

Eine weitere Abgabe fließt in den Nationalen Kernenergiefonds, der Stilllegung und Entsorgung der Brennelemente finanziert. Zuletzt kommt die Mehrwertsteuer hinzu. Haushalte mit Elektroheizung oder Wärmepumpe können Zweitarife mit günstigeren Stunden wählen.

Reaktorverfügbarkeit, Donaupegel und Nachbarpreise

Bei so viel Kernkraft bewegt zuerst der Zustand der Reaktoren den Preis: Eine Revision mit Brennelementwechsel in Mochovce oder Bohunice macht das Land stärker von Importen abhängig. Danach zählt der Abfluss der Flüsse, denn ein trockenes Jahr senkt die Erzeugung an Donau und Waag.

Weil der Markt gekoppelt ist, folgt der Preis auch Tschechien und Ungarn und liegt oft dazwischen. Werden ungarische Abende nach Sonnenuntergang teuer, füllen sich die Leitungen nach Süden, und der slowakische Preis zieht mit. In den knappsten Stunden setzen Gaskraftwerke den Preis.

Erst die Kernkraft, dann die Flüsse

Zu den vier Blöcken in Bohunice und Mochovce kam 2023 ein dritter Block in Mochovce hinzu. Seitdem deckt die Slowakei ihren Verbrauch übers Jahr weitgehend selbst. Wasserkraft liefern das Kraftwerk Gabčíkovo an der Donau, eine Kette von Staustufen an der Waag und das Pumpspeicherwerk Čierny Váh, das Energie für Spitzenzeiten speichert.

Kohle ist fast verschwunden: Das Braunkohlekraftwerk Nováky, das jahrzehntelang heimische Kohle verfeuerte, ging Ende 2023 vom Netz. Gas und Biomasse decken einen Großteil des Rests. Die Photovoltaik wächst langsam, und Windräder gibt es praktisch keine – anders als in fast ganz Europa.

Zwischen Tschechien, Ungarn und Österreich

Tschechien, einst Teil desselben Staates und Netzes, kombiniert Kernkraft mit Braunkohle und ist dem CO2-Preis stärker ausgesetzt. Ungarn im Süden importiert einen großen Teil seines Stroms und ist abends oft teurer. Im Norden verfeuert Polen noch überwiegend Kohle.

Österreich, direkt vor den Toren Bratislavas, hat die Wasserkraft der Alpen und eine schnell wachsende Zahl an Windrädern – genau die Ressource, die die Slowakei bislang kaum nutzt.

Slowakei im Vergleich mit den Nachbarländern

2024 verteilte sich die Stromerzeugung in der Slowakei so: 62 % Kernenergie, 15 % Wasserkraft und 10 % Gas. Wind, Sonne, Wasser, Kernenergie und Bioenergie lieferten in der Slowakei zusammen 84 % der Erzeugung.

SlowakeiKernenergie 62 %, Wasserkraft 15 %
TschechienKernenergie 41 %, Kohle, Braunkohle und Torf 36 %
UngarnKernenergie 42 %, Solar 24 %
PolenKohle, Braunkohle und Torf 55 %, Wind 15 %
ÖsterreichWasserkraft 53 %, Wind 12 %

Bruttostromerzeugung 2024 nach Energieträgern. Quelle: Eurostat (nrg_bal_peh). Pumpspeicherstrom ist abgezogen.

Mein Strompreis deckt Slowakei noch nicht ab

Mein Strompreis zeigt Stundenpreise für diese Länder: Dänemark, Norwegen, Schweden, Deutschland, Frankreich, Niederlande und Belgien.

Mein Strompreis

Mein Strompreis gibt es für Dänemark, Norwegen, Schweden, Deutschland, Frankreich, die Niederlande und Belgien.

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Fragen zum Strompreis in der Slowakei

Was zahlt ein durchschnittlicher Haushalt in der Slowakei für Strom?
Ein Haushalt in der Slowakei mit einem Jahresverbrauch von 2.500–5.000 kWh zahlte laut Eurostat im 1. Halbjahr 2026 durchschnittlich 19,9 ct/kWh pro kWh, alles inklusive. Der Preis hängt vom Netzbetreiber und vom Vertrag ab.
Wie viel des Stroms in der Slowakei stammt aus der Quelle „Kernenergie“?
2024 stammten 62 % der Stromerzeugung in der Slowakei aus der Quelle „Kernenergie“ (Eurostat). Das ist die größte einzelne Quelle.
Wie schneidet der Strommix in der Slowakei im Vergleich zu den Nachbarländern ab?
2024: Slowakei: Kernenergie 62 %, Wasserkraft 15 %; Tschechien: Kernenergie 41 %, Kohle, Braunkohle und Torf 36 %; Ungarn: Kernenergie 42 %, Solar 24 %; Polen: Kohle, Braunkohle und Torf 55 %, Wind 15 %; Österreich: Wasserkraft 53 %, Wind 12 %.
Warum zeigt diese Seite keine Stundenpreise für die Slowakei?
Den slowakischen Day-Ahead-Preis veröffentlicht der Marktbetreiber OKTE, und ob diese Zahlen frei weiterverbreitet werden dürfen, ist nicht geklärt. Stattdessen zeigt die Seite die offiziellen Haushaltspreise von Eurostat, die frei nutzbar sind und Steuern sowie Netzentgelte enthalten.
Ist der Haushaltsstrompreis in der Slowakei reguliert?
Ja. Die Behörde ÚRSO legt einen Höchstpreis fest, den Lieferanten Haushalten für die Energie berechnen dürfen, und bestimmt auch die Netzentgelte. Unternehmen kaufen zu Marktpreisen. In den letzten Jahren kamen befristete staatliche Hilfen hinzu, um Haushaltsrechnungen zu dämpfen.
Was ist Gabčíkovo?
Das größte Wasserkraftwerk der Slowakei, an einem Donaukanal unterhalb von Bratislava. Es entstand aus einem Vertrag von 1977 zwischen der Tschechoslowakei und Ungarn über ein gemeinsames Projekt. Ungarn stieg später aus seinem Teil aus, und der Streit landete vor dem Internationalen Gerichtshof.