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Strompreis in Rumänien

Was ein Haushalt in Rumänien für Strom zahlt, woher der Strom kommt und wie sich das Land von seinen Nachbarn unterscheidet.

Rumänien erzeugt den größten Teil seines Stroms ohne fossile Brennstoffe: Wasserkraft von Donau und Karpaten, zwei CANDU-Reaktoren in Cernavodă und immer mehr Windräder in der Dobrudscha. Für Haushalte war in den vergangenen Jahren aber vor allem die Politik entscheidend. Der Preisdeckel, der sie durch die Energiekrise brachte, ist Mitte 2025 ausgelaufen; seitdem folgen die Rechnungen dem Markt.

Gehandelt wird an der rumänischen Börse OPCOM, und das ganze Land bildet eine Gebotszone. Über die europäische Marktkopplung entsteht der Day-Ahead-Preis gemeinsam mit Ungarn, Bulgarien und dem übrigen EU-Binnenmarkt. Ein trockener Sommer an der Donau oder teures Gas in Mitteleuropa schlägt daher rasch auf die rumänischen Preise durch.

Kurs: EZB 22.10.2026

Die Stundenpreise der Strombörse in Rumänien dürfen nicht frei weiterverwendet werden, deshalb zeigen wir sie nicht. Die Haushaltspreise hier sind die offiziellen Zahlen von Eurostat, die halbjährlich aktualisiert werden.

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Haushaltspreis
1,46 lei/kWh
1. Halbjahr 2026, alles inklusive
Binnen eines Jahres
+52 %
gegenüber 1. Halbjahr 2025
Wasserkraft
26 %
der Stromerzeugung 2024

Woher kommt der Strom in Rumänien?

Bruttostromerzeugung 2024 nach Energieträgern. Quelle: Eurostat (nrg_bal_peh).

Wind12 %
Solar6 %
Wasserkraft26 %
Kernenergie21 %
Bioenergie1 %
Abfall0 %
Gas17 %
Öl1 %
Kohle, Braunkohle und Torf15 %
Sonstige1 %

Haushaltspreis seit 2023

Durchschnittspreis pro kWh, alles inklusive, für einen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 2.500–5.000 kWh. Quelle: Eurostat (nrg_pc_204).

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Ein Haushalt in Rumänien mit einem Jahresverbrauch von 2.500–5.000 kWh zahlte im 1. Halbjahr 2026 durchschnittlich 1,46 lei/kWh, alles inklusive, 52 % mehr als ein Jahr zuvor (Eurostat).

Die Eurostat-Zahl für jedes Halbjahr, einschließlich Steuern, Abgaben, Netzentgelten und Mehrwertsteuer. Wird zweimal im Jahr aktualisiert.

So funktioniert der Strompreis in Rumänien

OPCOM, ANRE und das Ende des Preisdeckels

Die Day-Ahead-Auktion an der OPCOM ist seit 2014 mit Ungarn, der Slowakei und Tschechien gekoppelt, seit 2021 mit der gesamten europäischen Marktkopplung. Die Regulierungsbehörde ANRE legt die Netzentgelte fest und beaufsichtigt die Versorger; Transelectrica betreibt das Höchstspannungsnetz. In der Krise begrenzte eine Eilverordnung der Regierung den Arbeitspreis für Haushalte, und der Staat glich den Versorgern die Differenz aus.

Diese Regelung lief Mitte 2025 aus. Seit Juli zahlen Haushalte den Preis aus ihrem Liefervertrag, den sie frei wählen können. Für viele Familien kam der Wechsel abrupt, denn der Deckel hatte rund drei Jahre gegolten. Der von Eurostat erfasste Haushaltspreis für Rumänien stieg entsprechend, die Grafik auf dieser Seite zeigt den Sprung.

Grüne Zertifikate, KWK-Beitrag und Netzentgelte

Auf einer rumänischen Stromrechnung steht weit mehr als der Energiepreis. Die von der ANRE genehmigten Übertragungs- und Verteilnetzentgelte unterscheiden sich je nach Verteilnetzgebiet, derselbe Vertrag kostet also nicht überall gleich viel. Dazu kommen grüne Zertifikate, die ältere Ökostromanlagen finanzieren, ein Beitrag für hocheffiziente Kraft-Wärme-Kopplung, eine Verbrauchsteuer auf Strom und zum Schluss die Mehrwertsteuer. Weil mehrere Posten pro kWh fest sind, schwankt nur ein Teil der Rechnung mit dem Großhandel, ähnlich wie in Deutschland, nur mit anderen Umlagen.

Pegelstand, Gaspreis und die Abendlücke

Die große Unbekannte ist das Wasser. In nassen Jahren liefern Donau und Bergstauseen reichlich günstigen Strom; in trockenen Jahren wie 2022 sinkt die Erzeugung, und Gaskraftwerke oder Importe springen ein. Gas zählt doppelt: Rumänien verstromt es selbst, und in den Nachbarmärkten setzt es oft den Preis.

Photovoltaik in Solarparks und auf den Dächern einer schnell wachsenden Zahl von Prosumern drückt inzwischen die Mittagspreise. Knapp wird es deshalb am Abend, wenn die Sonne weg ist und das Land häufig auf Importe angewiesen ist.

Eisernes Tor, Cernavodă und Braunkohle aus Oltenien

Wasserkraft ist die größte Einzelquelle. Porțile de Fier I am Eisernen Tor der Donau, ein Gemeinschaftsprojekt mit Serbien, ist das größte Wasserkraftwerk des Landes; dazu betreibt Hidroelectrica ganze Kaskaden von Stauwerken an Flüssen wie Olt und Argeș. Danach folgt die Kernkraft: Die zwei CANDU-Reaktoren in Cernavodă am Donau-Schwarzmeer-Kanal laufen das ganze Jahr gleichmäßig, zwei weitere Blöcke sind geplant. Gas und Braunkohle aus Oltenien im Südwesten liefern den Großteil der übrigen thermischen Erzeugung; Windparks stehen vor allem in der Dobrudscha, Solaranlagen breiten sich in den Ebenen aus.

Rumänien neben Ungarn und Bulgarien

Die zwei engsten Marktpartner zeigen die Unterschiede. Ungarn stützt sich auf das Kernkraftwerk Paks und einen kräftigen Solarausbau und hält an regulierten Haushaltspreisen fest, die Rumänien gerade aufgegeben hat. Südlich der Donau hat Bulgarien ein ähnliches Rückgrat aus Kernkraft und Kohle, aber viel weniger Wasserkraft, und seine Haushalte zahlen weiterhin regulierte Preise, inzwischen in Euro. Österreich ist wie Rumänien von Wasserkraft geprägt, verfügt aber über deutlich weniger thermische Kraftwerke als Rückhalt.

Rumänien im Vergleich mit den Nachbarländern

2024 verteilte sich die Stromerzeugung in Rumänien so: 26 % Wasserkraft, 21 % Kernenergie und 17 % Gas. Wind, Sonne, Wasser, Kernenergie und Bioenergie lieferten in Rumänien zusammen 66 % der Erzeugung.

RumänienWasserkraft 26 %, Kernenergie 21 %
UngarnKernenergie 42 %, Solar 24 %
BulgarienKernenergie 41 %, Kohle, Braunkohle und Torf 23 %

Bruttostromerzeugung 2024 nach Energieträgern. Quelle: Eurostat (nrg_bal_peh). Pumpspeicherstrom ist abgezogen.

Mein Strompreis deckt Rumänien noch nicht ab

Mein Strompreis zeigt Stundenpreise für diese Länder: Dänemark, Norwegen, Schweden, Deutschland, Frankreich, Niederlande und Belgien.

Mein Strompreis

Mein Strompreis gibt es für Dänemark, Norwegen, Schweden, Deutschland, Frankreich, die Niederlande und Belgien.

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Fragen zum Strompreis in Rumänien

Was zahlt ein durchschnittlicher Haushalt in Rumänien für Strom?
Ein Haushalt in Rumänien mit einem Jahresverbrauch von 2.500–5.000 kWh zahlte laut Eurostat im 1. Halbjahr 2026 durchschnittlich 1,46 lei/kWh pro kWh, alles inklusive (rund 28,4 ct/kWh zum heutigen Kurs). Der Preis hängt vom Netzbetreiber und vom Vertrag ab.
Wie viel des Stroms in Rumänien stammt aus der Quelle „Wasserkraft“?
2024 stammten 26 % der Stromerzeugung in Rumänien aus der Quelle „Wasserkraft“ (Eurostat). Das ist die größte einzelne Quelle.
Wie schneidet der Strommix in Rumänien im Vergleich zu den Nachbarländern ab?
2024: Rumänien: Wasserkraft 26 %, Kernenergie 21 %; Ungarn: Kernenergie 42 %, Solar 24 %; Bulgarien: Kernenergie 41 %, Kohle, Braunkohle und Torf 23 %.
Warum gibt es auf dieser Seite keine Stundenpreise für Rumänien?
Die Day-Ahead-Preise für Rumänien veröffentlicht die Börse OPCOM, und sie dürfen nicht frei weiterverbreitet werden. Stattdessen zeigt die Seite die amtlichen Haushaltspreise von Eurostat, die zweimal jährlich erscheinen und Netzentgelte, Abgaben und Steuern einschließen. Gebildet wird der Stundenpreis trotzdem jeden Tag in der europäischen Marktkopplung.
Was geschah, als der Preisdeckel für Haushalte wegfiel?
Ab Juli 2025 galt der gedeckelte Preis nicht mehr; Haushalte zahlen seither die Preise ihrer Verträge, die die Großhandelskosten widerspiegeln. Für viele Familien stiegen die Rechnungen, besonders für jene, die nie Angebote verglichen hatten. Die ANRE veröffentlicht einen Vergleich der Angebote, die es in jedem Gebiet gibt.
Was sind grüne Zertifikate auf einer rumänischen Rechnung?
Das ältere Fördersystem für erneuerbaren Strom. Wind-, Solar-, Biomasse- und kleine Wasserkraftanlagen, die vor Jahren aufgenommen wurden, erhalten Zertifikate je MWh; Versorger müssen eine Quote davon kaufen und geben die Kosten als eigene Position an die Kunden weiter. Neue Anlagen werden nicht mehr aufgenommen, der Posten spiegelt also vergangene Investitionen.