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Strompreis in Lettland

Was ein Haushalt in Lettland für Strom zahlt, woher der Strom kommt und wie sich das Land von seinen Nachbarn unterscheidet.

Wer den lettischen Strommarkt verstehen will, muss auf die Düna schauen, lettisch Daugava. Drei Wasserkraftwerke an diesem Fluss, die dem staatlichen Konzern Latvenergo gehören, decken oft rund die Hälfte der heimischen Erzeugung; gasbefeuerte Heizkraftwerke in Riga liefern einen großen Teil des Rests. Entsprechend schwankt die Produktion mit den Jahreszeiten: reichlich zur Schneeschmelze im Frühjahr, deutlich weniger im trockenen Spätsommer oder an kalten, windstillen Winterabenden.

Der Großhandelspreis entsteht am Vortag für eine einzige lettische Gebotszone. Weil die Leitungen nach Estland und Litauen gut ausgebaut sind, teilt Lettland seinen Preis meist mit mindestens einem der beiden Nachbarn – der lettische Preis ist also meist ein baltischer.

Die Stundenpreise der Strombörse in Lettland dürfen nicht frei weiterverwendet werden, deshalb zeigen wir sie nicht. Die Haushaltspreise hier sind die offiziellen Zahlen von Eurostat, die halbjährlich aktualisiert werden.

Haushaltspreis
24,1 ct/kWh
1. Halbjahr 2026, alles inklusive
Binnen eines Jahres
−1 %
gegenüber 1. Halbjahr 2025
Wasserkraft
51 %
der Stromerzeugung 2024

Woher kommt der Strom in Lettland?

Bruttostromerzeugung 2024 nach Energieträgern. Quelle: Eurostat (nrg_bal_peh).

Wind4 %
Solar8 %
Wasserkraft51 %
Bioenergie10 %
Gas26 %
Öl0 %

Haushaltspreis seit 2023

Durchschnittspreis pro kWh, alles inklusive, für einen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 2.500–5.000 kWh. Quelle: Eurostat (nrg_pc_204).

Ein Haushalt in Lettland mit einem Jahresverbrauch von 2.500–5.000 kWh zahlte im 1. Halbjahr 2026 durchschnittlich 24,1 ct/kWh, alles inklusive, 1 % weniger als ein Jahr zuvor (Eurostat).

Die Eurostat-Zahl für jedes Halbjahr, einschließlich Steuern, Abgaben, Netzentgelten und Mehrwertsteuer. Wird zweimal im Jahr aktualisiert.

So funktioniert der Strompreis in Lettland

Liberalisierter Markt mit baltischem Preis

Lettland bildet die Gebotszone LV in der europäischen Day-Ahead-Marktkopplung; die wichtigste Börse für das Baltikum ist Nord Pool. Seit Januar 2015 kaufen Haushalte ihren Strom auf dem freien Markt, denn damals entfiel der regulierte Tarif für sie. Latvenergo, das unter der Marke Elektrum verkauft, ist nach wie vor mit Abstand der größte Anbieter, doch andere Versorger konkurrieren mit Festpreis- und Börsentarifen. Die Regulierungskommission für öffentliche Versorgung (SPRK) genehmigt die Netzentgelte; Augstsprieguma tīkls (AST) betreibt das Übertragungsnetz, Sadales tīkls den größten Teil der Verteilnetze.

Netzentgelte, Förderumlage und Mehrwertsteuer

Die Energie ist nur der erste Posten auf der Rechnung. Für Verteilung und Übertragung fallen Netzentgelte nach den von der SPRK genehmigten Tarifen an. Viele Jahre lang enthielt die Rechnung außerdem die sogenannte Pflichtabnahmekomponente (OIK), aus der die Förderung von Ökostrom- und KWK-Anlagen bezahlt wurde – vergleichbar mit der früheren EEG-Umlage in Deutschland; ihre Höhe wurde bei Reformen mehrfach geändert. Auf alles kommt Mehrwertsteuer. Weil sich die Netzkosten nur langsam bewegen, stammen Schwankungen von Monat zu Monat vor allem aus dem Börsenpreis und den Vertragsbedingungen.

Schneeschmelze, Gas und Nachbarn

Nichts beeinflusst den lettischen Preis so stark wie der Wasserstand der Düna. Wenn im Frühjahr der Schnee schmilzt, laufen die Wasserkraftwerke unter Volllast und der Preis sinkt oft in Richtung des nordischen Niveaus; in trockenen Jahren muss das Land mehr einführen und den regionalen Preis zahlen. Der Gaspreis schlägt durch, wenn die Kraftwerke in Riga den Preis setzen, typischerweise in kalten Phasen mit wenig Wasser und Wind. Und weil Lettland in der Mitte der baltischen Kette liegt, wirken die Kabel von Estland nach Finnland und von Litauen nach Schweden und Polen fast so stark wie die eigenen Kraftwerke.

Wasser aus der Düna, Wärme für Riga

Das Rückgrat bildet die Kraftwerkskette an der Düna mit Pļaviņas, Ķegums und Riga, in sowjetischer Zeit gebaut und seither modernisiert. Die zweite Säule ist Erdgas in den Rigaer Heizkraftwerken, die zugleich große Teile der Hauptstadt mit Fernwärme versorgen; der große unterirdische Gasspeicher Inčukalns stützt diese Rolle seit Langem. Holz und andere Biomasse befeuern kleinere Heizkraftwerke im ganzen Land. Solarstrom ist zuletzt schnell gewachsen, Windkraft spielt dagegen noch eine kleine Rolle, auch wenn mehrere große Windparks an Land in Planung sind.

Wasserkraft zwischen Ölschiefer und Wind

Jeder baltische Staat erzeugt seinen Strom anders. Estland hat sein System auf Ölschiefer aufgebaut und ergänzt es nun um Wind und Sonne; Litauen ist zum Windland der Region geworden und importiert über Kabel nach Schweden und Polen. Lettlands Wasserkraft bietet etwas, das den Nachbarn fehlt: Strom, der einige Stunden in den Stauseen zurückgehalten und bei hohen Preisen abgegeben werden kann. In nassen Zeiten verkauft Lettland an beide Nachbarn, in trockenen kauft es bei ihnen ein.

Lettland im Vergleich mit den Nachbarländern

2024 verteilte sich die Stromerzeugung in Lettland so: 51 % Wasserkraft, 26 % Gas und 10 % Bioenergie. Wind, Sonne, Wasser, Kernenergie und Bioenergie lieferten in Lettland zusammen 73 % der Erzeugung.

LettlandWasserkraft 51 %, Gas 26 %
EstlandKohle, Braunkohle und Torf 23 %, Bioenergie 21 %
LitauenWind 46 %, Solar 19 %

Bruttostromerzeugung 2024 nach Energieträgern. Quelle: Eurostat (nrg_bal_peh). Pumpspeicherstrom ist abgezogen.

Mein Strompreis deckt Lettland noch nicht ab

Mein Strompreis zeigt Stundenpreise für diese Länder: Dänemark, Norwegen, Schweden, Deutschland, Frankreich, Niederlande und Belgien.

Mein Strompreis

Mein Strompreis gibt es für Dänemark, Norwegen, Schweden, Deutschland, Frankreich, die Niederlande und Belgien.

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Fragen zum Strompreis in Lettland

Was zahlt ein durchschnittlicher Haushalt in Lettland für Strom?
Ein Haushalt in Lettland mit einem Jahresverbrauch von 2.500–5.000 kWh zahlte laut Eurostat im 1. Halbjahr 2026 durchschnittlich 24,1 ct/kWh pro kWh, alles inklusive. Der Preis hängt vom Netzbetreiber und vom Vertrag ab.
Wie viel des Stroms in Lettland stammt aus der Quelle „Wasserkraft“?
2024 stammten 51 % der Stromerzeugung in Lettland aus der Quelle „Wasserkraft“ (Eurostat). Das ist die größte einzelne Quelle.
Wie schneidet der Strommix in Lettland im Vergleich zu den Nachbarländern ab?
2024: Lettland: Wasserkraft 51 %, Gas 26 %; Estland: Kohle, Braunkohle und Torf 23 %, Bioenergie 21 %; Litauen: Wind 46 %, Solar 19 %.
Weshalb fehlen auf dieser Seite lettische Stundenpreise?
Die lettischen Day-Ahead-Preise werden in der europäischen Marktkopplung berechnet und von Nord Pool veröffentlicht, dessen Daten nicht frei weiterverbreitet werden dürfen. Die Seite zeigt deshalb die offiziellen Haushaltspreise von Eurostat, einschließlich Netzentgelten, Abgaben und Steuern.
Warum erzeugt Lettland im Frühjahr den meisten Strom?
Weil die Düna während der Schneeschmelze, meist im April und Mai, am meisten Wasser führt. Die drei Wasserkraftwerke laufen dann nahe an ihrer Höchstleistung, oft so, dass Lettland exportieren kann. Später im Jahr sinkt der Abfluss, und Gaskraftwerke und Importe müssen die Lücke füllen.
Kann sich Lettland selbst mit Strom versorgen?
Über ein ganzes Jahr gerechnet in den meisten der letzten Jahre nicht. In Monaten mit viel Wasser decken Wasserkraft und die Rigaer Kraftwerke die Nachfrage und erzeugen Überschüsse für den Export. In trockenen Phasen und im Winter ist Lettland auf Einfuhren über Estland und Litauen angewiesen und war deshalb meist Nettoimporteur.