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Strompreis in Spanien

Was ein Haushalt in Spanien für Strom zahlt, woher der Strom kommt und wie sich das Land von seinen Nachbarn unterscheidet.

Spanien handelt Strom auf einem gemeinsamen iberischen Markt mit Portugal, und meist zahlen beide Länder denselben Großhandelspreis. Prägend ist die Sonne: An klaren Frühlingstagen drücken die Solarparks den Preis mittags gegen null, während abends Gas-und-Dampf-Kraftwerke bestimmen, was eine Stunde kostet. Viele Haushalte spüren das unmittelbar, denn der regulierte Tarif PVPC folgt dem Markt Stunde für Stunde.

Stündliche Preise für Spanien zeigt diese Seite nicht. Sie erklärt stattdessen, wie der Preis entsteht, was auf einer spanischen Stromrechnung steht und wie sich die Erzeugung von der deutschen unterscheidet. Die Preiskurve weiter unten beruht auf den amtlichen Haushaltspreisen von Eurostat für die letzten drei Jahre.

Die Stundenpreise der Strombörse in Spanien dürfen nicht frei weiterverwendet werden, deshalb zeigen wir sie nicht. Die Haushaltspreise hier sind die offiziellen Zahlen von Eurostat, die halbjährlich aktualisiert werden.

Haushaltspreis
25,1 ct/kWh
1. Halbjahr 2026, alles inklusive
Binnen eines Jahres
−4 %
gegenüber 1. Halbjahr 2025
Wind
22 %
der Stromerzeugung 2024

Woher kommt der Strom in Spanien?

Bruttostromerzeugung 2024 nach Energieträgern. Quelle: Eurostat (nrg_bal_peh).

Wind22 %
Solar21 %
Wasserkraft10 %
Kernenergie19 %
Bioenergie2 %
Abfall0 %
Gas19 %
Öl3 %
Kohle, Braunkohle und Torf1 %
Sonstige3 %

Haushaltspreis seit 2023

Durchschnittspreis pro kWh, alles inklusive, für einen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 2.500–5.000 kWh. Quelle: Eurostat (nrg_pc_204).

Ein Haushalt in Spanien mit einem Jahresverbrauch von 2.500–5.000 kWh zahlte im 1. Halbjahr 2026 durchschnittlich 25,1 ct/kWh, alles inklusive, 4 % weniger als ein Jahr zuvor (Eurostat).

Die Eurostat-Zahl für jedes Halbjahr, einschließlich Steuern, Abgaben, Netzentgelten und Mehrwertsteuer. Wird zweimal im Jahr aktualisiert.

So funktioniert der Strompreis in Spanien

Eine Börse für die Iberische Halbinsel

Den Day-Ahead-Preis für das spanische Festland ermittelt OMIE, die Börse des iberischen Strommarkts MIBEL, der mit dem übrigen Europa gekoppelt ist. Spanien und Portugal sind getrennte Gebotszonen, haben aber denselben Preis, solange die Leitungen zwischen ihnen nicht ausgelastet sind. Haushalte wählen zwischen einem Vertrag auf dem freien Markt, dessen Preis der Lieferant festlegt, und dem PVPC, einem regulierten Tarif für Anschlüsse bis 10 kW, den nur bestimmte Referenzversorger anbieten. Die Netzentgelte (peajes) legt die Wettbewerbs- und Regulierungsbehörde CNMC fest, die übrigen regulierten Aufschläge und die Regeln des PVPC die Regierung.

Leistungspreis, Zeitzonen und Stromsteuer

Anders als in Deutschland üblich zahlt man in Spanien einen Leistungspreis: Jedes vertraglich vereinbarte Kilowatt kostet pro Tag Geld, ob es genutzt wird oder nicht. Hinzu kommt der Arbeitspreis je Kilowattstunde. In beiden stecken Netzentgelte und regulierte Aufschläge (cargos), die seit Juni 2021 nach drei Zeitzonen gestaffelt sind: Spitze, Mittel- und Schwachlast (punta, llano, valle). Darauf kommen eine besondere Stromsteuer, die prozentual berechnet wird, die Zählermiete und zuletzt die Mehrwertsteuer; auf den Kanaren ersetzt die regionale Steuer IGIC die Mehrwertsteuer. Bedürftige Haushalte können den bono social beantragen, einen Rabatt auf den regulierten Tarif.

Mittags Sonne, abends Gas

Sonne und Wind decken inzwischen einen so großen Teil der Nachfrage, dass der Preis im Frühjahr mittags oft auf null oder knapp darüber fällt, vor allem wenn die Stauseen voll sind. Nach Sonnenuntergang springen die Gaskraftwerke an, und der Preis steigt wieder; der Gaspreis prägt deshalb weiterhin die Abendstunden und den Durchschnitt. Der Regen bestimmt, wie viel Wasserkraft verfügbar ist, und die schwachen Verbindungen nach Frankreich lassen kaum Ausgleich mit dem übrigen Europa zu. 2022 und 2023 deckelte die von der EU genehmigte „iberische Ausnahme“ den Gaspreis für Kraftwerke und dämpfte so den Großhandelspreis in Spanien und Portugal.

Wind, Photovoltaik, Kernkraft und Gas

Spaniens Strommix ist breit aufgestellt. Wind und Photovoltaik sind die größten Quellen, wobei die Photovoltaik am schnellsten wächst. Sieben Reaktoren an fünf Standorten liefern verlässliche Grundlast, Gaskraftwerke schließen die Lücken, und die Wasserkraft schwankt mit den Niederschlägen. Kohle spielt kaum noch eine Rolle. Der rasche Umbau hat die Netzstabilität zum politischen Thema gemacht: Am 28. April 2025 fiel auf der gesamten Iberischen Halbinsel der Strom aus, und erst am nächsten Morgen war die Versorgung überall wiederhergestellt. Die Untersuchungen danach rückten die Spannungshaltung in den Mittelpunkt.

Portugal, Frankreich und der Blick nach Deutschland

Portugal teilt den Markt und meist auch den Preis mit Spanien, setzt aber stärker auf Wasserkraft. Nach Norden hin ist das Bild ein anderes: Frankreich lebt vor allem von Kernkraft, und die wenigen Leitungen über die Pyrenäen tragen nur einen kleinen Teil des spanischen Verbrauchs, sodass die Preise oft auseinanderlaufen. Ein Seekabel durch den Golf von Biskaya ist im Bau. Verglichen mit Deutschland ist Spanien fast kohlefrei und betreibt noch Kernkraftwerke, also genau umgekehrt.

Spanien im Vergleich mit den Nachbarländern

2024 verteilte sich die Stromerzeugung in Spanien so: 22 % Wind, 21 % Solar und 19 % Kernenergie. Wind, Sonne, Wasser, Kernenergie und Bioenergie lieferten in Spanien zusammen 74 % der Erzeugung.

SpanienWind 22 %, Solar 21 %
PortugalWind 30 %, Wasserkraft 24 %
FrankreichKernenergie 67 %, Wasserkraft 12 %

Bruttostromerzeugung 2024 nach Energieträgern. Quelle: Eurostat (nrg_bal_peh). Pumpspeicherstrom ist abgezogen.

Mein Strompreis deckt Spanien noch nicht ab

Mein Strompreis zeigt Stundenpreise für diese Länder: Dänemark, Norwegen, Schweden, Deutschland, Frankreich, Niederlande und Belgien.

Mein Strompreis

Mein Strompreis gibt es für Dänemark, Norwegen, Schweden, Deutschland, Frankreich, die Niederlande und Belgien.

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Fragen zum Strompreis in Spanien

Was zahlt ein durchschnittlicher Haushalt in Spanien für Strom?
Ein Haushalt in Spanien mit einem Jahresverbrauch von 2.500–5.000 kWh zahlte laut Eurostat im 1. Halbjahr 2026 durchschnittlich 25,1 ct/kWh pro kWh, alles inklusive. Der Preis hängt vom Netzbetreiber und vom Vertrag ab.
Wie viel des Stroms in Spanien stammt aus der Quelle „Wind“?
2024 stammten 22 % der Stromerzeugung in Spanien aus der Quelle „Wind“ (Eurostat). Das ist die größte einzelne Quelle.
Wie schneidet der Strommix in Spanien im Vergleich zu den Nachbarländern ab?
2024: Spanien: Wind 22 %, Solar 21 %; Portugal: Wind 30 %, Wasserkraft 24 %; Frankreich: Kernenergie 67 %, Wasserkraft 12 %.
Warum zeigt diese Seite keine Stundenpreise für Spanien?
Die Day-Ahead-Preise veröffentlicht die iberische Börse OMIE, die stündlichen PVPC-Preise der Systembetreiber Red Eléctrica. Beide dürfen hier nicht frei weiterverwendet werden: Die Bedingungen von OMIE decken eine solche Nutzung nicht ab, und Red Eléctrica stellt seine Daten für nichtkommerzielle Zwecke bereit. Die Seite zeigt daher die amtlichen Haushaltspreise von Eurostat, die zweimal im Jahr erscheinen.
Wer kann den regulierten PVPC-Tarif nutzen?
Haushalte und kleine Verbraucher mit höchstens 10 kW vereinbarter Leistung können den PVPC bei einem der Referenzversorger wählen. Der Preis folgt dem Großhandel Stunde für Stunde; seit 2024 hängt ein Teil der Energiekosten allerdings an Terminmarktpreisen, um Ausschläge zu glätten. Verträge auf dem freien Markt haben dagegen oft einen festen Preis für ein Jahr.
Ist Strom in Spanien am Wochenende billiger?
Zumindest die Netzentgelte: Im Tarif 2.0TD, den fast alle Wohnungen haben, gelten Samstag, Sonntag und nationale Feiertage durchgehend als Schwachlastzeit (valle). Ob auch die Energie günstiger ist, hängt vom Vertrag ab; im PVPC folgt sie dem Markt, der am Wochenende wegen geringerer Nachfrage oft niedriger liegt.